Kings Of Cannabis-Rap

Cypress Hill ziehen am 31. August in Hannover einen durch

Sie mögen gutes Gras und lässige Grooves: Cypress Hill sind seit über einem viertel Jahrhundert erfolgreich mit coolem Kopfnicker-Sound. Foto: Hannover Concerts

Sie mögen gutes Gras und lässige Grooves: Cypress Hill sind seit über einem viertel Jahrhundert erfolgreich mit coolem Kopfnicker-Sound. Foto: Hannover Concerts

Dope, Ganja, Gras, Marihuana oder Weed – das grüne Kraut hat viele Namen. Auch wenn es in vielen Ländern illegal ist, genießt der Stoff unter Künstlern doch einen ziemlich guten Ruf. Einer der größten musikalischen Verfechter der Pflanze sind die erfolgreichen US-Cannabis-Rapper von Cypress Hill. Frontmann B-Real zündet sich seit Jahrzehnten auf jedem Konzert mindestens einen Joint an oder raucht mit seinen Band-Kollegen auch gerne mal eine Bong. Songs wie „I Wanna Get High“, „Legalize It“ oder „Dr. Greenthumb ” avancierten zu ewigen Kiffer-Klassikern. „Pick it, pack it. Fire it up, come along and take a hit from the bong. Put the blunt down just for a second. Don’t get me wrong it’s not a new method. Inhale, exhale. Just got a ounce in the mail. I like a blunt or a big fat bowl…” verkünden die Rapper B-Real und Sen Dog, DJ Muggs, sowie seit 1994 Percussionist Bobo, welcher zuvor im Umkreis der Beastie Boys tätig war, beispielsweise in „Hits from the Bong”.

Cypress Hill: Mission Marihuana-Legalisierung

Wer glaubt, solche gut reingehenden Reime und trockenen Grooves goutieren nur arbeitsscheue Tagediebe, irrt gewaltig. Die latein-amerikanische Hip-Hop-Crew aus Los Angeles, die, bis auf DJ Muggs, ursprünglich aus der Cypress Avenue (Cypress Hill = Zypressenhügel) in South Gate in Kalifornien, stammt, verkaufte bis dato über 18 Millionen Alben weltweit. Und hat damit gleich mehrere Generationen auf den Geschmack gebracht und mit gutem Reimstoff versorgt. Die Band wird es freuen, dass Cannabis als Medizin mittlerweile in 28 Bundesstaaten der USA legal ist. Ihre Mission für die Legalisierung von Marihuana verschaffte Cypress Hill, die seit 1991 im Einsatz sind, neben der erwartungsgemäßen Kontroverse aber auch einen starken Zugang zum weißen Alternative-Rock-Publikum, sodass sozial- und systemkristische Singles wie „How I Could Just Kill A Man“, „When The Shit Goes Down“ und „Insane In The Brain“ zu weltweiten Hits wurden. Ihr zweites Album „Black Sunday“ schoss im Jahr 1993 direkt auf Platz 1 der US Charts und hielt sich dort ganze 56 Wochen.

Der „Judgement Night“-Soundtrack

Ein Grund für ihren szeneübergreifenden Erfolg war im gleichen Jahr die Mitwirkung am richtungsweisenden „Judgement Night“-Soundtrack auf der elf Kollaborationen von Indie-Pop-, Alternative-Rock-, Hardcore-und Metal-Bands mit Hip-Hop-Acts zu hören sind. Die bis dato meist streng eingehaltenen Grenzen zwischen harter Gitarrenmusik und Rap wurden erstmals großflächig eingerissen, elf Groove-Granaten detonierten. Helmet trafen hier beispielsweise auf House of Pain, Teenage Fanclub auf De La Soul und Slayer auf Ice-T. Cypress Hill waren als einzige Gruppe gleich mit zwei Songs auf einem der wichtigsten Alben der 90er Jahre vertreten: Mit der Noise-Rock-Kult-Band Sonic Youth priesen sie auf „I Love You Mary Jane“ mal wieder ihre Cannabis-Leidenschaft, mit den Grunge-Ikonen Pearl Jam beschworen sie „Real Thing“. Umjubelte Auftritte beim legendären Lollapalooza Festival und ausgiebige Tourneen um den Globus folgen. „Mit unseren ersten beiden Alben haben wir eine Hip-Hop-Revolution eingeleitet. Danach gab es eine Menge Nachahmer. Viele versuchten, uns zu kopieren. Das hat uns aber alles kalt gelassen“, markiert Rapper B-Real im Interview die Ausnahmestellung seiner Band.

Sein rhythmischer Nasal-Flow in Verbindung mit dem Kuba-stämmigen Rapper Senen Reyes aka Sen sind bis heute das Markenzeichen von Cypress Hill. Auf den smooth rollenden Bass- und Drumloops von DJ Muggs lassen die beiden eine charismatische Rhetorik aus Latin- und Hip-Hop-Slang ins Kraut schießen. Lässiger Kopfnicker-Sound, der bis heute nichts von seiner freakigen Faszination eingebüßt hat. Auch deshalb, weil sich Cypress Hill über die Jahre immer wieder anderen Musikstilen wie zum Beispiel Reggae, Dubstep oder harten Rock geöffnet haben und diverse Soloprojekte verfolgten, sind sie frischer geblieben als viele ihrer Rap-Kollegen.

Selbst nachprüfen kann man das am 31. August, 19:15 Uhr auf der Gilde Parkbühne Hannover. Nach ihrer gefeierten Welttour zum 25ten Band-Jubiläum im vergangenen Jahr kommen die Legenden des Latino-Hip-Hop 2017 für fünf Termine erneut nach Deutschland. Im Gepäck haben die Vier, natürlich, eine ordentliche Dosis „Stoned Funk“.

Kategorie:CheckOut, Konzert-Tipps, newsbox, Topstories
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