Morgenstern meets Knigge: Fünfte Ausgabe zum Thema “Negativbotschaften”

Autor, Moderator, Knigge-Trainer: Der Braunschweiger Danny Morgenstern ist ein Tausendsassa. Im Rahmen von "Morgenstern meets Knigge" berichtet er allmonatlich auf szene38.de. Foto: Christian Danner / oh.

Im Rahmen von „Morgenstern meets Knigge“ berichtet der Braunschweiger Tausendsassa Danny Morgenstern allmonatlich über die Welt der Umgangsformen – auf euren Alltag zugeschnitten. Bei der fünften Ausgabe beschäftigt sich Morgenstern mit dem Thema: „Warum Negativbotschaften so hartnäckig sind“. Viel Spaß beim Lesen!


Wenn man gute Stimmung verbreiten will oder sich selbst in guter Stimmung halten will, sind positive Nachrichten und deren Verbreitung der beste Weg dazu. Und wer gute Laune hat, ist auch bereit, gute Umgangsformen an den Tag zu legen. Höflichkeit nimmt nämlich mit schlechter werdender Laune ab.
Unser Gehirn ist sensationsinteressiert. Eine „Sensation“ ist eine Abweichung von der Norm. Da wir im Leben viel mehr Situationen erleben, an die wir uns gewöhnt haben (Frühstücken, Duschen, und und und), stechen besondere Momente, egal ob positive oder negative, deutlich hervor. Aber es gibt einen grundlegenden Unterschied in deren Verbreitung. Ein Negativerlebnis belastet uns, und der innere Ärger sucht einen Weg nach draußen. Da wir nicht mehr wie kleine Kinder auf den Boden stampfen, um unseren Ärger Luft zu machen, kommunizieren wir ihn – elfmal so oft wie ein positives Erlebnis. Haben wir mit einem anderen Menschen ein Negativerlebnis oder glauben, eine schlechte Nachricht über ihn zu kennen , geben wir sie weiter, ohne drüber nachzudenken. Daher heute ein Tipp, um schlechte Botschaften zu vermeiden und eine Übung, um bessere Laune zu bekommen.

Wir bedienen uns einer hervorragenden Idee des Sokrates. Es heißt, ein Fremder kam auf Sokrates zu und wollte ihm unbedingt eine ganz wichtige Neuigkeit erzählen. „Ist sie denn durch die drei Siebe gelaufen?“, soll Sokrates gefragt haben. „Ist die Botschaft durch das Sieb der Liebenswürdigkeit gelaufen? Ist die Information die du mir geben willst, also eine nette? Ist die Botschaft durch das Sieb der Wahrhaftigkeit gelaufen? Ist sie also wahr, oder hast du sie nur von jemandem gehört? Und zu guter Letzt: Ist deine Botschaft durch das Sieb des Nutzens gelaufen? Ist sie für mich, für dich und auch für die dritte Person, von der sie handelt, nützlich, wenn du sie mir erzählst?“ Daraufhin soll sich der Fremde umgedreht und Sokrates Wortlos verlassen haben.

Ich weiß was Sie jetzt denken: Wenn man so verführe, gäbe es in den meisten Firmen kaum noch Gespräche. Das stimmt, aber es gäbe auch kaum noch Mobbing.
Die Übung, die ich vorschlage, um bessere Laune zu bekommen, ist ganz einfach: Nicht nur unsere Laune beeinflusst unsere Mimik, es ist auch umgekehrt so. Wer in einer unschönen Situation lächelt, wird glücklicher: Die Muskeln, die die Mundwinkel nach oben ziehen, drücken auf einen Nerv, der dem Gehirn vortäuscht, es habe gute Laune. So einfach ist das.

Und wenn Sie beim nächsten Mal kurz davor sind, etwas Negatives zu erzählen, dann denken sie an die drei Siebe. Überlegen Sie, ob es nicht Wichtigeres und Besseres gibt, das man kundtun könnte, und lächeln Sie eine Runde.


Über Danny Morgenstern

Danny Morgenstern ist Business-Knigge-Trainer, schult Dienstleister in psychologisch fundierten Seminaren mit den Themenschwerpunken “Moderne Umgangsformen”, Körpersprache, Kommunikation, Motivation und Umgang mit Kunden. Ferner war und ist Morgenstern als Moderator, Kolumnist und Autor tätig. Kein deutscher Autor hat mehr zum Thema James Bond veröffentlicht als Danny Morgenstern. Als Initiator des World Freeze Day hat der Braunschweiger in den vergangenen Jahren außerdem deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt.

Kategorie:CheckOut, Kolumnen
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