„Musik, die aus unser aller Seelen entspringt“

Ein Interview mit der Braunschweiger Indie-Hoffnung You Silence I Bird.

klein_You Silence I Bird _Pressefoto 3_300 dpi_rgb_Copyright © Sebastian Weiß

You Silence I Bird sind am liebsten im Grünen: Jonas und Moses, Paul und Hendrik (v.l.n.r). Jonas und Moses trafen wir zum Interview. Foto: Sebastian Weiß.

Sphärische, warme Klänge, mehrstimmiger Gesang und ein organischer, naturverbundener Sound. Das ist You Silence I Bird. Wer ihr neues Album „Tilia“ hört, würde niemals vermuten, dass das Quartett vor vier Jahren noch als Schülerband auf den Abibällen in und um Braunschweig auftrat. Paul, Hendrik, Jonas und Moses, alle zwischen 23 und 24 Jahren alt, schworen sich nach der Schulzeit zusammen zu bleiben und den Schritt in die professionelle Musikszene zu wagen. Offenbar mit Erfolg: Mit ihrem Debütalbum tourten sie im Frühjahr diesen Jahres durch Hamburg, Bremen, Berlin und Niedersachsen. Wir sprachen mit Pianist und Sänger Jonas und Schlagzeuger Moses im Café Riptide über die Arbeit am Album, ihre Naturverbundenheit und gemeinsamen Banndurlaube.

Hey Jungs, am Freitag supported ihr Silent Radio auf dem Woltershof. Was bedeutet das für eure Band?
Moses: Wir hoffen dort natürlich auf gutes Wetter, aber Open-Air-Konzerte sind immer etwas ganz besonderes.

Ihr existiert in dieser Formation schon viereinhalb Jahre. Ist eure Zusammenarbeit rein musikalischer Natur oder seid ihr auch untereinander befreundet?
Jonas: Wir waren am Anfang jeweils zwei Freunde, die Musik gemacht haben: Moses und ich kennen uns seit der ersten Klasse. Paul ist auf unsere Schule gekommen und als wir dann zusammen Musik gemacht haben, hat er Hendrik mitgebracht. Wir sind auch abseits der Musik sehr eng befreundet und fahren auch jedes Jahr zusammen in den Urlaub. Da nehmen wir aber natürlich auch die Instrumente mit.

Euer Album „Tilia“ erschien im März 2017. Welche Resonanz gab‘s dazu?
Jonas:
Wir hatten sehr schöne Konzerte, zum Beispiel beim Release-Konzert in Hannover. Viele Leute haben unsere Songs mitgesungen und so das Ganze sehr besonders für uns gemacht. Weitere Highlights waren unsere Konzerte im Haus 3 des Staatstheaters in Braunschweig. Dort gibt es die perfekte Atmosphäre für uns: Sehr intim, mit dem Publikum ganz nah an unserer Musik. Das gibt uns viel zurück, weil wir viel Leidenschaft und Zeit in das Album gesteckt haben.

Was hat sich euer Sound von der EP „Teaside“ zu „Tilia“ verändert?
Moses:
Ich glaube unsere Entwicklung von einem sehr akustischem Sound hin zu eher sphärischer Indie-Musik ist ganz gut zu erkennen. Unsere akustischen Wurzeln sind aber immer noch gut zu hören.

Wenn ihr die jeweils anderen Bandmitglieder auf ihre Musikalität hin beschreiben müsstet, wie würde das klingen?
Jonas:
Paul zum Beispiel hat sich vieles auf der Gitarre selbst beigebracht und kann deswegen Songs schreiben, die oft losgelöst von herkömmlichen Strukturen sind. Manchmal hab ich das Gefühl, er legt einfach die Finger auf die Gitarre und spielt (lacht.) Aber er studiert ja mittlerweile auch Musik, also setzt er sich da schon mit auseinander. Moses ist ein ganz untypischer Schlagzeuger, weil er nicht so dolle reinhaut und am meisten in seiner Jugend ausgebildet wurde im Chor und in verschiedenen Bands aktiv war. Hendrik hat als Bassist einen eher soften Anschlag, das passt gut, weil so Schlagzeug und Bass ein warmes Fundament bilden. Was mich selbst angeht bin ich ein Freund von abwechslungsreichen Melodien und gehe allgemein sehr intuitiv bei der Musik vor.
Moses: Wir sind, als wir zusammengefunden haben, individuell keine allzu gut ausgebildeten Musiker gewesen, sondern mit der Zeit zusammen gewachsen und haben viel gemeinsam gelernt.

klein2_YOU SILENCE I BIRD_Pressefoto 2_300 dpi_rgb_Copyright © Sebastian Weiß

Der Albumnname „Tilia“ bedeutet Linde in der botanischen Fachsprache. Foto: Sebastian Weiß

Ihr habt die Bandurlaube erwähnt. Was bedeutet euch das Reisen?
Jonas: Wir fahren rund alle sechs Monate an einen Ort, der uns inspiriert und wo wir gut Musik machen können. Wir mieten uns dann ein Haus und wohnen dort einige Zeit zusammen. Wir achten immer darauf, dass wir nah an der Natur sind. Letztes Mal waren wir zum Beispiel an der Ostsee. Diesen Sommer wissen wir noch nicht genau wohin, vielleicht mal eher Richtung Süden.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Jonas: Wir wollen bei unserer nächsten Tour gerne noch größere Kreise in Deutschland ziehen, vielleicht auch mal in Köln oder München spielen. Wir sind aber generell Festival-begeistert und würden uns freuen, nächstes Jahr noch öfter bei Festivals aufzutreten. Irgendwann werden wir sicherlich auch wieder was aufnehmen. Wir haben auch schon neue Songs, einfach weil uns das jammen so viel Spaß macht.
Moses: Ja, das kommt oft, wenn wir gerade keine Lust zu Proben haben, dann entsteht auch schon mal was neues aus der Situation heraus. Die Bandurlaube helfen uns auch, weil wir unter uns sind, in einer neuen Umgebung und keiner hat irgendwelche Verpflichtungen. Da nehmen viele Songideen ihren Anfang, die wir dann zu Hause weiterentwickeln.
Jonas: Das klingt vielleicht ein bisschen kitschig, aber wir mögen dieses Familiengefühl.


Bock auf das Album? Hier geht’s zur Homepage der Band

Kategorie:BS-Backstage, Film & Musik, Szene-News, Topstories
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