Mystisches Monster

P-Funk-Paradiesvogel „Bootsy“ Collins zelebriert auf seinem neuen Album wieder „World Wide Funk”

Verrückt und kreativ auch mit 66 Jahren: Bootsy Collins will den Leuten beibringen, wie sie selbst den Funk in sich wecken. Foto: Michael Weintrob

Verrückt und kreativ auch mit 66 Jahren: Bootsy Collins will den Leuten beibringen, wie sie selbst den Funk in sich wecken. Foto: Michael Weintrob

Heute wollen alle cool, individuell und ungewöhnlich sein – William „Bootsy“ Collins war das schon immer. Seit den späten 1960er Jahren ist er eine der prägendsten Protagonisten des Funk. Mit seinem Bruder Catfish Collins brachte er die Band von James Brown zu Rollen, bevor er sich George Clinton und seinem chaotisch-durchgeknallten P-Funk-Imperium anschloss. Collins Bass ist zum Beispiel in James Browns unzerstörbaren Klassiker und legendären Tanzflächenfeger „Get Up (I Feel Like Being A) Sex Machine“ zu hören.

Collins experimentierte mit seinem E-Bass mit einer Vielzahl von Effektgeräten und gab dem Instrument so völlig neue Klänge, die den P-Funk-Sound stark prägten. Unter dem Namen Bootsy’s Rubber Band veröffentlichte er diverse Alben, arbeitete aber auch mit so verschiedenen Künstlern wie Bill Laswell, Snoop DoggFatboy Slim, Mousse T. und TV-Moderator Stefan Raab zusammen.

Am 27. Oktober 2017 veröffentlicht Bootsy Collins nun sein zwölftes Studioalbum „World Wide Funk” das sowohl klassischen P-Funk, als auch neue Soundkreationen enthält. Unterstützt wird der Altmeister dabei unter anderem von hochkarätigen Rappern wie Doug E. Fresh, Big Daddy Kane, DJ Quik, Dru Down und Chuck D., Gitarrist Buckethead.

Bootsy hat eine ganz eigene Beschreibung für sein neues Werk: „Ich wollte ein mystisches, funkiges Monster erschaffen, das es auch ins Radio schaffen würde. Da erschien mir der ‘Boot-Rapp-A-Fella’: er zeigte mir den Funk-Stinkefinger, sagte mir, wie lächerlich meine Idee sei und offenbarte mir den Funkateer-Drive. Ich schlug die Hände über dem Kopf zusammen und wollte den Funk aufgeben. Mir war alles egal. Doch dann prophezeite mir, dass dies das Jahr der Funkateers werden würde. Sie begannen leise ‚Komm zurück, Bootsy, komm zurück, Bootsy!‘ zu singen. Sie waren wie eine Armee: die jungen hungrig und furchtlos, während die Hip-Hop-Veteranen um ihr Gold fürchteten. Ich begriff, dass jeder Einzelne von ihnen den Soul in sich trägt und fühlte mich wieder besser. Oder wie mein langjähriger Partner George Clinton einmal sagte: ,Free your mind and your ass will follow!’”

Kategorie:CheckOut, Film & Musik, Szene-News, Topstories
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