„Unzählige glückliche Momente”

Ly.da Buddah, Drum-and-Bass-DJ, Produzent und Veranstalter, im Interview

Sein Herz schlägt zwischen 160 bis 190 BPM, seine Festplatte ist voll mit vielen neuen Tracks: Ly.da Buddah. Foto: Holger Isermann

Seit mittlerweile 23 Jahren legt der Braunschweiger DJ Ly.da Buddah nicht nur regional, sondern auch national und international Drum and Bass auf. Ein Genre der elektronischen Tanzmusik, das Anfang der 90er Jahre in England entstand und auf beschleunigten Funk-Breakbeats (160 bis 190 BPM) basiert. Der 41-Jährige gilt als ein versierter Experte, produziert eigene Tracks und veranstaltet auch Partys wie die Drum-and-Bass-Bundesliga, die am 20. Mai mit Kolt Siewerts, Jaycut, Void, Rascal MC und anderen im Brain Klub am Bruchtorwall stattfindet – mittlerweile in der 15ten Saison. Wir sprachen vorab mit ihm.

Ly.da, wann und wo bist du mit Drum and Bass erstmals in Berührung gekommen?

Das war Anfang der 90er Jahre. Auf Partys und durch Freunde. Speziell durch meinen Partner Buzz T vom Motagen Soundsystem.

Was fasziniert dich an diesem ganz speziellen Musik-Genre?

Starke Gefühle sind schwer zu beschreiben: Das Sounddesign, der Rhythmus, der Bass, aber da ist noch viel mehr: Freundschaften, die entstanden sind und unzählige glückliche Momente, von denen ich viele Lachfalten im Gesicht bekommen habe.

Was macht einen guten Drum-and-Bass-DJ aus?

Die Grundlagen sind: Eine gute Selection, ein Gespür für den Moment und technisches Können. Darüber hinaus legen viele DJs mittlerweile eigene Lieder, Mash Up´s und Remixe auf. Die Grenzen zwischen Produzenten und DJs verschwimmen immer mehr.

Internationale Szene-Stars wie UK Apache, Camo & Krooked, Clueso, Netsky, Aphrodite, Black Sun Empire haben zusammen mit Ly.da in Braunschweig aufgelegt. Foto: Holger Isermann

Was ist das Spezielle an deinem Stil und deinen DJ-Sets?

Ich versuche, alle Stilbereiche des Drum and Bass abzudecken und eine möglichst ausgelassene Stimmung zu erzeugen. Dazu spiele ich gerne eigene Lieder und baue verrückte Samples mit ein. Mir wird nachgesagt, dass ich mich während meiner Sets etwas extrovertiert verhalte.

Wo und bei welchen Veranstaltungen hast du überall aufgelegt?

In Deutschland habe ich mittlerweile in den meisten Klubs gespielt, in denen Drum and Bass läuft. Speziell in Erinnerung geblieben ist eine Tour durch die Ukraine, ein Gig in der U Street Music Hall in Washington D.C., alle Gigs auf der Fusion und dem Sun and Bass Festival (Sardinien) und natürlich jeder einzelne Gig im Brain Klub.

Wie wichtig sind Eigenproduktionen? Was hast du bisher produziert?

Eigenproduktionen sind heute unerlässlich, um besser wahr genommen zu werden. Ich habe in der Vergangenheit mehrere Platten veröffentlicht, unter anderem einen „3 Tage Wach“ Drum and Bass Remix. Letztes Jahr habe ich ein Lied auf Dope Ammo veröffentlicht, ein weiteres wurde von Serial Killaz gesigned. Meine Festplatte ist voll mit neuen Liedern und es wird dieses Jahr einige Überraschungen geben.

Wann und wie hat sich Drum and Bass in Braunschweig entwickelt?

Es hat alles ganz klein angefangen. Für die ersten Partys musste man weite Wege fahren. Es gab keine festen Anlaufstellen. Das war vor mehr als zwanzig Jahren. Mittlerweile nenne ich Braunschweig gerne die Drum-and-Bass-Hauptstadt Deutschlands.

Wer waren und sind die regionalen DJs und Veranstalter?

Es gibt sehr viele aktive und nicht mehr aktive, die die Braunschweiger Szene prägen und geprägt haben. Dazu zählen: DJ Judge D, Chris C.K, Triple T, Benny Bahri, Racka G, OJ und viele mehr. Ich organisiere seit über zwei Dekaden monatlich Events.

Welche wichtigen Partyreihen hast du bisher veranstaltet?

Motagen Sound Nights, Bashment Boutique, Liquid Sunshine, Headliner Mag Night, Drum and Bass Bundesliga …

Wer waren die bekanntesten Gäste?

Die Auflistung würde diesen Rahmen absolut sprengen (lacht). Ich versuche mal, ein paar Rosinen herauszupicken: UK Apache, Camo & Krooked, Clueso, Netsky, Aphrodite, Black Sun Empire, und viele mehr. Wenn in ein und demselben Klub seit über 20 Jahren so intensive Drum and Bass Partys gefeiert werden, dann spricht sich das natürlich herum. So kommt es auch vor, dass eine Legende wie Nicky Blackmarket ein Fünf-Stunden-Set in Braunschweig spielt, oder mich verschiedene Künstler ansprechen, die man ansonsten nur auf großen Bühnen sehen kann. Dieses Jahr haben wir unter anderem Macky Gee, DJ Guv und The Prototypes im Brain Klub.

Wie sieht dein Alltag aus?

Ich stehe morgens auf, setze mich in mein Studio und kümmere mich um Musik: Lieder produzieren, neue Tunes von anderen Künstlern checken, mich um meine Veranstaltungen kümmern, Texte für den Headliner Blog schreiben. Abends koche ich für meine Frau Essen und am Wochenende spiele ich live in Klubs und auf Festivals.

Was passiert am 20. Mai beim Drum-and-Bass-Bundesliga-Finale im Brain Klub?

Beim Finale spielen immer die beiden besten Teams der Saison gegeneinander. Dieses Jahr kämpft der 1. FC DNB Kompressor Köln gegen den 1. Suff Überschall aus Jena. Es gibt drei Runden: DJ vs. DJ, DJ & MC vs. DJ & MC und MC vs. MC. Das Publikum entscheidet nach jeder Runde wer den Punkt bekommt und am Ende hält eine Mannschaft stolz den Pokal in der Hand. Es wird laut, bunt und wild.

Kategorie:CheckOut, Konzert-Tipps, Topstories
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