Kleiden mit gutem Gewissen – Jojeco in Braunschweig

Faire und ökologische Mode muss nicht teuer und öde sein. Seit Mai 2015 kann im Magniviertel bewusst geshoppt werden.

Mit Holz geschmückt: Ein kleiner Einblick in den Jojeco-Store. Foto: Elif Bülbül / oh.

Jeder kennt die Bilder von Menschen, die unter schlimmen Arbeitsbedingungen in Fabriken arbeiten und jeder kennt die Bilder von Schafen, die qualvoll für Wolle geschoren werden. Das Bewusstsein für „Fair-Fashion“ wird immer größer und somit auch der Wunsch, Billighersteller nicht mehr zu unterstützen. Es gibt diverse Online Shops, die fair produzierte Kleidung anbieten; wer aber die Mode live und in Farbe sehen möchte und sich eine freundliche Beratung wünscht, ist nun auch in Braunschweig gut aufgehoben: Jojeco – Ein Akronym aus Johannes, Jens und Ecological – steht und lebt für Green-Fashion. Seit Mai vergangenen Jahres können BraunschweigerInnen im Ölschlägern 30 ohne ein schlechtes Gewissen zu haben einkaufen. Geleitet wird Jojeco von Johannes Wegener, Jens Arnemann und Kerstin Maire, die immer mit viel Herzblut die Bekleidung für ihren Shop aussuchen.

Nicht nur die Kleidung, sondern auch die Deko sind „fair“: Für Jens Arnemann und Kerstin Main ist „Eco-Fashion“ ein wichtiger Bestandteil. Foto: Elif Bülbül / oh.

Nicht nur die Kleidung, sondern auch die Deko ist „fair“: Für Jens Arnemann und Kerstin Maire ist „Eco-Fashion“ ein wichtiger Bestandteil. Foto: Elif Bülbül / oh.

Doch was bedeutet „Fair-Fashion“ genau?: „Für uns bedeutet Fair-Fashion, dass die Materialien so natürlich wie möglich sind. Das Entscheidende ist aber, dass die Arbeitsbedingungen und die Löhne fair sein sollten. Ein absolutes No Go ist Kinderarbeit!“ erklärt Jens. Angefangen hat die Idee von einem Bekleidungsgeschäft für ökologische und faire Kleidung mit der kleinen Tochter von Jens: „Für meine Tochter haben wir damals Bio-Kleidung geholt. Irgendwann war ich selbst neugierig und habe im Internet recherchiert. Seitdem war Shoppen im Netz oder in Großstädten angesagt. Als mein Jugendfreund Johannes der Liebe zu Kerstin wegen wieder in die Heimat zurück wollte, kam die Frage nach der beruflichen Zukunft auf. Eines Novemberabends kam mir die Idee, dass Johannes doch einen Öko-Laden in Braunschweig betreiben kann.“

Festgesetzt hat sich der Store nicht auf einen bestimmten Kleidungsstil, dafür gibt es eine breite Stylepalette: Von sportlichen Hoodies bis hin zu eleganten Anzügen ist alles dabei. Trotz viel  Auswahl an Öko-Kleidung, kaufen die meisten Menschen immer noch so günstig wie möglich ein: „Die Leute kaufen „non-eco“-Kleidung einfach aus Gewohnheit. Es ist günstig und einfach. Wenn man aber etwas recherchiert, dann wird man in sozialen Netzwerken sehen, dass bei der Herstellung dieser Klamotten nicht alles perfekt läuft. Menschenunwürdige und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen und Tierquälerei sind da leider keine Seltenheit.“, erklärt der junge Geschäftsführer. Durch den Erwerb von fair und ökologisch hergestellten Klamotten kann jeder einzelne Bürger seinen Beitrag dazu leisten. Immer mehr Menschen wollen solche Konzerne nicht mehr unterstützen und greifen deshalb zu Bio-Baumwolle oder anderen natürlichen Materialien.

Gut sortiert nach Farben: Der maritime Look ist zeitlos und spricht jede Altersgruppe an. Foto: Elif Bülbül / oh.

Gut sortiert nach Farben: Der maritime Look ist zeitlos und spricht jede Altersgruppe an. Foto: Elif Bülbül / oh.

Auch das Interesse außerhalb Braunschweigs an fair gehandelter Bekleidung ist groß: Neben BraunschweigerInnen kommen auch Kunden aus dem Harz, Magdeburg oder Hannover in den Laden. Für Gruppen organisiert Jojeco einen „besonderen Erlebnistag“: Eine Gruppe mit mindestens neun Personen kann nach Ladenschluss den Shop für sich haben und in Ruhe shoppen, quatschen und essen – denn für kleine Snack und Getränke ist gesorgt. Für die Zukunft planen die Betreiber von Jojeco einen eigenen Online Shop; angepeilt ist hierfür Ende 2016. Des Weiteren ist ein weiterer Standort in Planung: „Wir überlegen uns, einen zweiten Laden in einer anderen Stadt zu eröffnen, weil das hier in Braunschweig so gut läuft.“ gibt Jens bekannt.

Der Kassenbereich im coolen Look: Auf der Tafel werden aktuelle Veranstaltungen preisgegeben. Foto: Elif Bülbül / oh.

Der Kassenbereich im coolen Look: Auf der Tafel werden aktuelle Veranstaltungen preisgegeben. Foto: Elif Bülbül / oh.

Am  Freitag, den 19. August findet ab 18 Uhr eine „Hugo und Helga“-Party statt, auflegen wird DJ Bazuka: „Wir wollen Jojeco nicht nur als einen Einkaufsladen sehen, sondern auch als Begegnungsstätte.“ erläutert Jens.

Kleidung, die unter fairen Bedingungen produziert wurde und natürliche Materialien enthält, muss nicht an Qualität einbüßen, ganz im Gegenteil: Die Mode besticht mit hochwertig verarbeiteten Materialien, die angenehmen auf der Haut zu spüren sind.

Weitere Informationen gibt es auf der Jojeco Homepage und auf ihrer Facebookseite.

Kategorie:CheckOut, Topstories
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