Geballt und gewaltig

Moop Mama brassen heute durchs rote Zelt im Bürgerpark

Hippe Cruiser: Moop Mama machen immer ihr eigenes Ding. Foto: lena Semmelroggen

Hippe Cruiser: Moop Mama machen immer ihr eigenes Ding. Foto: Lena Semmelroggen

Deutsche Blasmusik ist gemeinhin nur auf ausgewiesen zünftigen Volksfesten erträglich. Und das auch maximal im Vorübergehen und mit Aussicht auf eine Mass Bier. Was optisch mitunter noch eine gewisse Faszination auszumachen vermag, findet ihr abruptes Ende, sobald sich mehrere semi-talentierte Schützenkönige bemühen, ihren Instrumenten asynchrone Wunderwerke zu entlocken. Dagegen nicht nur optisch, sondern in erster Linie musikalisch stellen Moop Mama jede südböhmische Polka in den Schatten. Mit roten Trainingsanzügen, viel Blech und jeder Menge Swahh posaunt die Kapelle mit Welle ihre Ohrwürmer in die Welt. Inspiriert durch Marching Bands aus der Hot Jazz-Hochburg New Orleans, kreuzt die zehnköpfige Combo imposante Bläser mit deftigem Hip-Hop und fetten Raplines – das Ergebnis nennen sie kurz „Urban Brass“.

Guerilla-Gigs in der FuZo

Die taktsicheren Tambourmajore haben seit der Gründung im Jahr 2009 besonders im öffentlichen Raum die Pauken geschlagen. Bekannt geworden durch zahlreiche lautstarke Guerilla-Konzerte in Fußgängerzonen und Stadtparks, durfte die Band um MC Keno Langbein unter anderem auch schon für Polizei und Ordnungsamt spielen. „Live sind wir ein Brett”, begründet Saxofonist und Gründungsmitglied Marcus Kesselbauer den einschlagenden Erfolg. „Wenn wir alle auf der selben Welle reiten, dann gibt es kein Halten” – und das garantiert sowohl vor als auch auf der Bühne.

Jan Delay und andere kredible Features

Brachial rhythmisch, somit exzellent tanzbar und folglich furchtbar schnell einnehmend, lassen Moop Mama Blasmusikanten-König Ernst Mosch postum vor Neid erblassen. Auf der aktuellen Platte „M.O.O.P. Topia“ haben die Münchner Funk-Flaneure zudem renommierte Kandidaten, wie Jan Delay, Flo Mega oder Megaloh versammelt, die sich gemeinschaftlich mit ihnen in Rage rappen. Bei den Features geht‘s der Band aber nicht ums Namedropping, erzählt Trompeter Menzel Mutzke: „Jan Delay haben wir persönlich kennen gelernt und gemerkt, dass wir uns gut verstehen. Wir haben den Text zu „Alle Kinder“ zusammen geschrieben und das war wie ein Praktikum bei jemandem, den man richtig cool findet.“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ihr drittes Studioalbum vereint einmalig freshe Beats und vehement gepflegten Wortwitz. Durch lose Alltags-Collagen, verspielte Stimmungsfetzen, alle Phasen der Prokrastination und kollektive Ratlosigkeit, finden wir durch „M.O.O.P. Topia“ hinein in ein „dezent poetisiertes Panoptikum unserer Gesellschaft und Gefühlswelt.“ Das ist er also, der viel beschworene Moop Mama-Mood. Manchmal ist es eben ganz einfach, Menschen glücklich zu machen.

Tickets

Moop Mama blasen am Donnerstag, 21. September, 20 Uhr dem Kultur im Zelt-Festival im Bürgerpark den Marsch. Karten ab 29,60 Euro gibt es bei der Konzertkasse und den BZV-Geschäftsstellen, Telefon (0531) 166 06, sowie anderen bekannten Vvk-Stellen.

Kurzprofil der Location im Artikel

Bürgerpark
38100 Braunschweig
DE-Niedersachsen
(0)531 – 250 84 95

www.k-i-z.de
Kategorie:CheckOut, Konzert-Tipps, Topstories
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