Einen Scheiß muss ich

Rogers liefern Rotzrock am 20. Juli 2018 im Eulenglück

Rogers: Die Düsseldorfer waren bereits mit Bands wie Jennifer Rostock unterwegs. Foto: Kay Özdemir

„Wir haben uns noch nie so frei gefühlt und ohne Zwänge einfach das gemacht, worauf wir Bock hatten“, lautet der Bandtenor. Die vierköpfige Punkrockformation Rogers erteilt sich kurzerhand selbst die Absolution: Mit ihrem dritten Album „Augen auf” (2017) haben sie die Charts geknackt. Jetzt geht es auf große „Einen Scheiß Muss Ich Tour II”, die sie im Sommer auch nach Braunschweig führt.

Ein Motto, mit dem sie offenbar gut fahren: Mit dem Support von Bands wie Bad Religion, Callejon und Jennifer Rostock oder bei Festival-Abrissen auf dem Vainstream und Deichbrand haben sie sich in letzter Zeit dank eingängiger Melodien zahlreiche Fans erspielt. Die neue Platte huldigt zwar beständig den großen Idolen, wie Pennywise, The Offspring und Bad Religion, etabliert aber auch eigene Momente. So knallt „Vorbei“ mit fröhlichem Ska-Flair aus der Boombox, „Einen Scheiß muss ich“ rotzrockt breitbeinig mit schnoddrigem NDW-Flair, und die sentimentale Ballade „Früher“ zeigt Mut zu überraschend leisen Tönen ohne Kitschfaktor. Für Spannung sorgen zudem immer wieder die subtilen Metal-Schlenker von Drummer Dom, der gerne einen kleinen Break oder Fill einstreut.

In der heutigen Zeit, in der viele Künstler bloß nirgendwo anecken möchten und sich am liebsten unpolitisch geben, zeigen die Rogers eine ganz wichtige Eigenschaft: Haltung! In ihren Texten, Ansagen und Interviews spricht sich die Band gegen Antisemitismus, Fremdenhass, Gewalt, die allgemeine Deutschrock-Bewegung und ihre politisch unklare Positionierung aus.

Am 20. Juli 2018 poltern sie durch die Eule.

^