Big Bang im Hallenbad

Ska-Matadore The Busters lassen Wolfsburg am Samstag erbeben

Blicken auf eine über 30-jährige Bandgeschichte zurück: The Busters. Foto: Kryzsztof Gajeweski

Sie sind einer der bekanntesten deutschen Ska-Bands der ersten Stunde: 1987 gegründet, vereinen The Busters heute treibende Offbeats mit klassisch-karibischen Vibes. Ihr brandneues Album „Straight Ahead“ liefert sowohl Uptempo-Tracks wie auch nostalgische 2-Tone-Nummern. Über schwere Geburten, Trotzreaktionen und Lustreisen in Wolfsburg sprach Merle Janßen mit Schlagzeuger der 11-köpfigen Truppe, Stefan Breuer.

Stefan, ihr habt voriges Jahr euren 30. Geburtstag gefeiert. Bangt Ska noch genauso wie damals?

Das Echo ist noch zu hören und wer beim Urknall nicht dabei war, hat heute trotzdem was davon. Wer dabei war, aber auch!

Was waren die Highlights eurer Bandgeschichte? Und was ging voll daneben?

Das muss man sich wie eine Geburt vorstellen: Alles gleichzeitig. Mittags wird der Tourbus wegen Überladung angehalten und die fünf Musiker, die jeweils über 80 Kilogramm wiegen, müssen in einem Golf weiterfahren, abends wird ein sensationeller Gig gespielt. So geht das die ganze Zeit: Der Gitarrist schneidet sich den Finger halb ab, Bandmitglieder werden krank und fallen aus, ein Plattendeal platzt. Und gleichzeitig ist da dieses „Jetzt erst recht“-Gefühl, das uns immer auf der Spur hält. Und stärker macht.

Viel passiert! Inwiefern habt ihr euch über die Jahre auch musikalisch verändert?

Da wir als Musiker stilistisch sehr breit aufgestellt sind, gab es immer Ausflüge abseits des „reinen“ Skas, der ja an sich auch schon ein Hybrid ist. Nach all den Jahren wird es allerdings immer leichter, das Resultat stimmig und kompakt klingen zu lassen.

Wie einschneidend waren die Weggänge und Wechsel von Bandmitgliedern?

Es ist immer einschneidend, wenn ein Team, das lange Zeit funktioniert hat, sich verändert. Die Busters verhalten sich bei Umbesetzungen wie ein Organismus, der ein Spenderorgan erhält. Treten keine Abstoßreaktionen auf, wird es Teil des Ganzen und das neue Ganze definiert sich über alle aktuellen Mitglieder.

Ihr habt mit Ska-Legenden wie Laurel Aitken und Bad Manners auf der Bühne gestanden. Gibt‘s noch Genre-Helden mit denen ihr gerne nochmal etwas starten würdet?

Klar, Madness, Jerry Dammers, Toots & the Maytals… da gibt’s einige. Leider ist Amy Whinehouse tot. Marvin Gaye wär auch toll gewesen. Oder Ian Dury.

„Straight ahead“ heißt das neue Album und die Tour. Wohin soll es genau gehen?

In die Zukunft! Mit Ska Against Racism, mit Musik, die die Welt zumindest mal für zwei Stunden besser macht. Und nach Wolfsburg.

Letztes Jahr wart ihr zuletzt dort. Wie liefen eure bisherigen Gigs?

Absolut reibungslos!

… und wie sieht euer Programm für Samstag aus?

Wir spielen alle 17 Stücke unseres neuen Albums. Natürlich werden auch alte Perlen nicht fehlen und der „alteingesessene“ Teil der Band lässt in puncto Spielfreude angesichts der Neuzugänge nichts anbrennen. Die Tour gleicht einer Lustreise, die keine Wünsche offen lässt, es gibt auf die Mütze, es gibt was zum Grooven, wer will, darf auch nachdenken und geschwitzt wird auf jeden Fall! Merkt man, dass wir uns freuen?

Was macht die Ska-Szene 2018 aus? Welche Stellung nehmt ihr ein?

Es gibt etwa 3 Millionen Anhänger weltweit. In Japan, Südkorea und Venezuela ist die Szene aber ausgeprägter als in Deutschland. Wir sind das Bindeglied zwischen Ska-Puristen und Anhängern von anderen Indie- Rock-Bands. Ich habe aber auch schon ganz vernünftige Vertreter aus der Mitte der Gesellschaft auf Konzerten gesehen.Die größten Fan- Bases würde ich für Deutschland in Hamburg, Bremen, Berlin, NRW und Wolfsburg verorten.

Was habt ihr euch für die nächsten Jahre vorgenommen?

Wir wollen das Ska- Album machen, das alle Ska-Alben unnötig macht, weil alles drin ist. Das kann aber dauern. Die Zeit nehmen wir uns.

 

The Busters kommen am Samstag, 27. Januar 2018, um 20 Uhr nach Wolfsburg. Karten gibt es noch an der Abendkasse.

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